Interview mit Olaf Bathke


Olaf Bathke hat sich freundlicherweise KameraBericht.de einem kleinem Interview unterzogen. Ich hoffe Ihnen gefällt das Interview.

Wie heißt du? Wo lebst du? Woher kommst du ursprünglich? Familie?

Olaf Bathke ist mein Name. Zurzeit lebe ich mit meiner Frau und meinem Sohn in Kiel, also im hohen Norden Deutschlands. Geboren bin ich in Wilster an der schleswig-holsteinischen Westküste, einer unglaublich miefige Kleinstadt. Die Landschaft der Wilstermarsch hat meine Wahrnehmung entscheidend beeinflusst. Die Wilstermarsch ist platt, in unmittelbarer Nähe liegt die geographisch tiefste Landfläche Deutschlands. Meine Herkunft prägte dadurch meine Arbeit als Fotograf. Weite und Freiheit sind zwei meiner Lieblingsthemen in der Landschaftsfotografie.

Wie bist du erstmals mit dem Thema Fotografie in Kontakt gekommen?

Es war vor dem Eintritt in den Kindergarten. Damals bekam ich eine Kodak Instamatic geschenkt.

Wie bist du dann zu deinem Beruf gelangt? Wie war die Ausbildung?

Die Ausbildung war unspektakulär. Im Endeffekt kann ich nur sagen, sie hat mich nicht in Ansätzen so viel über die Fotografie gelehrt, wie der Gesangsunterricht, den ich mal hatte.

Was bedeutet der Begriff Fotografie für dich?

Fotografie ist für mich eine intensive Auseinandersetzung mit Menschen und meiner unmittelbaren Umgebung mit der Folge, dass ich eine Menge über meine eigene Person erfahre.

Fotografie oder Photographie? Die Sinnfrage.

Ein „Ph“ finde ich vertrauter. Das liegt daran, dass ich viel in englischer Sprache lese und kommuniziere.

Wenn du 10 Jahre auf dich zurückblickst. Wen siehst du dort?

Einen Mann, der von einer Gesangskarriere träumte.

Wenn du 10 Jahre in die Zukunft siehst. Wo willst du stehen?

Schon bedingt durch meine Familie werde ich mich geographisch nicht entwurzeln und einer fotografischen Karriere hinterher reisen. Deshalb vermute ich, dass ich Norddeutschland treu bleiben werde und nur meine fotografischen Tätigkeiten weiter mobilisiere. Die spannenderen Fragen wäre deshalb: Welche schönen Orte dieser Welt werde ich in 10 Jahre wohl zu Gesicht bekommen? Welchen Menschen werde ich begegnen?

Woher holst du dir deine Ideen? Wie wirst du persönlich kreativ? Gibt es ein Ritual?

Meine Kreativität begründet sich im weitesten Sinne auf eine generelle Begeisterungsfähigkeit und einem intensiven Kommunikationsbedürfnis: Kreative Energie wird bei mir reichhaltig freigesetzt, wenn ich an meinen eigenen Themen arbeite und nicht die Bilder und Themen von anderen Fotografen kopiere. Meine eigenen Themen erkunde ich durch intensive Auseinandersetzung mit meiner Arbeit und durch die Kommunikation mit Anderen. Der persönliche Austausch mit anderen professionellen Fotografen ist ein wichtiger Aspekt für die Bereicherung meiner kreativen Arbeit. Mein Blog ist immer wieder Grundlage für die Kommunikation mit namhaften Fotografen. Aus Interviewanfragen haben sich teilweise persönliche Begegnungen und richtige Freundschaften entwickelt. Zudem bin ich ein großer Fan von den vielen Menschen, die mir Anmerkungen und Kommentare zukommen lassen. Ich bin ein ausgesprochen kommunikativer Mensch und kann mich immer mehr über die offene Vernetzung und Kommunikation mit den vielen kommunikativen Fotografen da draußen im Web begeistern. Deshalb finde ich es wichtig, dass ich nicht nur auf meiner eigenen Homepage etwas von mir gebe. Interviews, wie dieses, Gastartikel, Juror oder einfach nur Kommentator sein, das alles hilft mir, mich mit meiner Arbeit auseinander zusetzen und auch etwas weiterzugeben. So freue ich mich über derartige Anfragen im Sinne der Teilhabe an einer offenen Kommunikation. Als Freund von einer offenen Kommunikation bin ich ein großer Anhänger von Twitter geworden. Twitter bietet mir eine ideale Plattform für offene Kommunikation und Kontaktaufnahme mit interessanten Menschen. Um die offene Kommunikation unter fotobegeisterte Menschen voranzutreiben, habe ich ein Twitterverzeichnis für Fotografen gegründet. Der Sturm auf dieses Verzeichnis ist überwältigend. Es bereitet mir Vergnügen mitzubekommen, wie neue Fotografen auf Twitter Kontakte knüpfen und intensiv miteinander kommunizieren und so neue Impulse bekommen. Über solche Kanäle erhalte ich viele Rückmeldungen, die mir wiederum Impulse für eigene kreative Weiterentwicklung geben.

Hamburg. Warum diese Stadt? Gibt es Ecken dort, die kaum jemand kennt aber sehenswert sind?

Vornehmlich arbeite ich in Hamburg als Hochzeitsfotograf. Hamburg ist eine lebendige, pulsierende Weltstadt, die ein großes Bedürfnis nach kreativer Arbeit hat und diese auch finanziell würdigt. Nicht nur Hochzeiten begründen meinen Verdienst als Fotograf in Hamburg. Hamburger mögen auch meine Arbeit als Portraitfotograf. Natürlich ist meine Arbeit als Fotograf auch in Kiel gefragt. Kiel kommt aber schnell an Grenzen, wenn es um Kreativität aber auch um die finanzielle Würdigung geht. Ich mag das Spannungsfeld zwischen diesen beiden Städten. Ein Wohnen in Kiel ist mir vor allen Dingen auch deshalb wichtig, weil ich als Landschaftsfotograf und Reisefotograf mit dem Schwerpunkt Nordeuropa kaum einen besseren Heimathafen finden kann. Meine Arbeit als Fotograf habe ich kompromisslos mobilisiert. In Hamburg sind vor allen Dingen die Menschen sehenswert. Interessante Menschen trifft man in bestimmten Stadtteilen. Empfehlen würde ich deshalb ein ausgiebiges Essen in der „Teufels Küche“ in Ottensen.

Deine Vorbilder in Sachen Fotografie?

Ich mag Sam Abell und Henry Cartier Bresson aufgrund der kompositorischen Perfektion in ihren Bilder. Michael Martin ist für mich ein Vorbild in Sachen Fernweh und Abenteuer. Herlinde Koelbl verehre ich aufgrund der Dichte ihrer Portraitserien.

Nenne drei (Nachwuchs)Fotografen die du empfehlen würdest?

Mit dem Begriff Nachwuchs habe ich Probleme. Was heißt das schon, Nachwuchsfotograf!? Deshalb möchte ich Fotografen nennen, die es verdient haben, in der Öffentlichkeit zu stehen.

Frank Kunert (http://www.frank-kunert.de/): Ein Meister der Inszenierung (Wir sammeln seine Postkarten)

Joey L (http://www.joeyl.com): Kreative Energie ohne Limit

Martin Grommel (http://kwerfeldein.de/): Sympathischer und kommunikativer Geist, der die Massen begeistert

Zum Schluss dein Lieblingsbild.

Olaf Bathke (für KameraBericht.de zur Verfügung gestellt)

Olaf Bathke (für KameraBericht.de zur Verfügung gestellt)

Es gibt nicht das Lieblingsbild. Es gibt mehrere Fotos, die ich mir immer mal wieder ansehe, mit denen ich mich beschäftige. Meistens sind das aktuelle Aufnahmen. Einen Großteil meiner aktuellen Landschaftsaufnahmen halte ich gerade für ein Projekt unter Verschluss. Ich greife deshalb mal auf ein älteres Foto zurück, dass ihr oben sehen könnt.

Wir bedanken uns herzlich bei Olaf Bathke für seine freundliche Unterstützung und wünschen ihm hiermit alles Gute für die Zukunft. Wir hoffen, dass man öfter voneinander was hören wird.

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Ein Kommentar

  1. kamerabericht.de - ein neuer Blognachbar | fotolism.us sagt:

    [...] Tipps und Links zu verschiedenen Fotothemen sind zu finden. Besonders hinweisen möchte ich auf das aktuelle Interview mit dem bekannten Fotografen Olaf [...]

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